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So ist es also. Donnerstag. 18:30
Ich weiß nicht ob ihr das kennt, nunja wahrscheinlich schon, nur zugeben würde es wohl keiner von euch. Auf jeden fall gehen wir heute essen, mexikanisch, lecker lecker. & ich? Ich steh 4 stunden davor vorm kleiderschrank und stehe vor der krise. Was soll ich anziehen? Der kleiderschrank ist zum brechen voll, aber finden tut man nicht das passende. Jean mit grauem top? Neee, zu fett für das graue top, und erschreckenderweise auch für die jean.
Schwarze hose und rotes babydollähnliches irgendwas? Schon eher, um zu kaschieren, oder sehe ich darin nur noch fetter aus?
Oder vielleicht doch was sommerliches, olive kurze hose und schwarzes shirt. Aber das wäre das passende outfit für morgen, für wien. city walk usw.
Hm. Lieber mal duschen gehen. Beine muss man sich schließlich auch noch rasieren.
Ich komm mir vor wie ein mädchen, achja vergessen, ich bin ja eins. Also darf ich meinen halben kleiderschrank im zimmer verteilen um am schluss dann doch was stinknormales anzuziehen? Ist das legitim?
Ich fühl mich so....naja, mädchenhaft. Tussistyle.

Unter der dusche flink wie ein wiesel mit dem rasierer rumhantieren, hier und da ne blutige stelle am bein, man hat schließlich keine zeit um sich dafür die ruhe zu nehmen, es anständig zu machen. Das muss alles schnell gehen. Ritsch ratsch, und schon sind die beine fertig. in 2 minuten, rekordverdächtig.
Die gedanken um das outfit lassen mich nicht los. Hauptsache wir gehen essen, wie bescheuert bin ich eigentlich? Die jean sitzt viel zu eng und ich geh essen. Ich sollte am besten ne diät machen. 5 tage fastenkur oder so nen scheiß. Es ist eindeutig an der zeit sich ne "jolie" oder ein "glamour" zu kaufen, in diesen 0815 heftchen stehen immer gute tipps fürs abnehmen. "3 kilo in einer woche - ohne jojo effekt" jaaaaa klar. Und ich könnt glatt als model durchgehen.
Absolut und sowieso.
Ich weiß schon wie das abläuft, mir gegenüber sitzen mädchen die so schlank sind, dass man sie am liebsten erwürgen möchte, weil man selbst 10 kilo mehr auf den rippen hat. Heute morgen auf die waage gestiegen, und fast nen anfall bekommen, 2 kilo mehr, ich könnt schreien. Oder am besten nichts mehr essen. Wie gesagt, diät ist angesagt. Nur noch heute diese kleine sünde, mexikanisch kann man schließlich nicht widerstehen. Und vor allem, wie sieht das denn aus, wenn man essen geht und nichts isst. Ich will nicht wissen was mein gegenüber dann von mir denkt. Wahrscheinlich, "was für ein mädchen."
Wo wir wieder bei dem wären. Frauen würden stolz auf so ne figur sein wie ich sie habe, denn sie ist fraulich, gesund und normal. Aber ja, ich bin ein mädchen und steh dazu. ich will keine kurven, keinen kleinen bauch, ich will absolut gar nichts an mir sehen, ausser das schlüsselbein und nen hüftknochen. So soll das sein, und nicht anders.
Ich kann in 5 jahren noch fraulich sein. Heute will schlank und zerbrechlich wirken.

Haare föhnen, das kostet auch immer viel kraft. Den Pony richtig zu föhnen ist ne kunst, die ich einfach nicht drauf habe. Man bräuchte wohl ne rundbürste oder wie man das teil nennt, dazu. Hm, das sollte ich wohl auch in so nem mädchenheft nachschlagen, gibt es bestimmt auch nach zu lesen. In unterwäsche haare föhnen und die hüften zur musik bewegen, würde sicher sexy aussehen, wenn... zensiert.
Fertig mit föhnen, haare zum schluss noch mal durchwuscheln und rein in die klamotten, man hat sich für das "wien city outfit" entschieden. Sprich, man steht morgen um 6 uhr früh vor einem dilemma. Darf man das gleiche noch mal anziehen? Hab ich ein neues passendes t shirt? Oh, nein, ich hab nichts anzuziehen! usw pp (aber dazu morgen mehr)
Die passenden ohrringe rein und fertig. Jetzt nur noch schminken. Hm, ja wär toll wenn man davon ne ahnung hätte. Hab ich aber nicht, deshalb improvisieren, und so tun als könnte mans.
Zuerst das flüssige make up um die unreinheiten ab zu decken. Diese verdammten pickel werden auch immer mehr. Man meint die kämen vom vielen stress und vom zu wenig trinken. Kann gut sein. Schieben wirs einfach mal darauf. Ich hoffe nur die vergehen bald wieder, so kann man sich ja nicht sehen lassen. Und das schminken dauert dadurch auch immer länger als geplant. Vielleicht sollte ich auch einfach mal nen hautarzt aufsuchen, der gibt einem dann ne wundercreme und alles wird gut. Oder rein gar nichts verändert sich, die creme aber, hat einiges gekostet. Ab September wirds eh wieder ein bisschen ruhiger, vielleicht beruhigt sich dann auch meine haut wieder. Man hofft es und wartet ab, weil zum arzt will man irgendwie nie, egal zu welchem. Apropo, Frauenarzt sollte ich auch mal wieder aufsuchen. Naja anderes thema.
Heute mal erdige farben. Bisschen braun bisschen wimperntusche und fertig ist das meisterwerk. Noch etwas puder aufs gesicht klatschen und dann ist der "nude look" perfekt. Wenn das denn wirklich so heißt.
Allesmögliche in die handtasche reinwerfen, in der man dann später eh 10 minuten braucht um überhaupt irgendwas zu finden. Ein freund meinte mal meine handtasche wäre so groß das ich am besten reinhüpfen sollte um das zu finden das ich eigentlich suche. Scherzkeks. Aber recht hat er. Große taschen sind toll, weil soviel platz hat. Aber dieser viele platz kann auch zum problem werden, weil man eben immer einiges mit sich führt und um dieses dann in diesem riesenexemplar von handtasche zu finden braucht man zeit, sehr viel zeit. Zeit ist ja bekanntlich etwas, das nur wenige menschen haben. Und wütenden kellner in nem überfüllten lokal gehören wohl zu der ersten sorte mensch. Manchmal auch ganz praktisch, denn wenn man mit dem suchen der geldbörse beschäftigt ist, der kellner schon böse schaut und man selbst schon ganz hibbelig wird, dann kommt die begleitung oft auf den gedanken das ganze in die hand zu nehmen "ich mach das schon." Man lächelt süsslich und hört auf zu suchen, insgeheim hat man natürlich nur so getan als würde man die geldböse nicht finden. Sehr effektiv, und man spart geld.
Ich schnappe also das täschchen und laufe runter, im vorbeigehen noch schnell etwas parfum aufgesprüht um auch gut zu duften und dann aber rein in die roten ballerinas und ab zum essen. Schließlich ist man schon viel zu spät dran...
1.8.08 00:09


Eine laue Sommernacht.

Ich mache große Schritte, rechts und links nichts als Felder. Durch Flur und Hain. Ich strecke die Arme aus und berühre Grashalme und Gerstenkörner.
Die Augen zu, um die Berührung intensiver zu fühlen. Ein leichter Wind fährt mir in den Unterrock. Das weiße Kleidchen musste es sein, und eine Blume im haar. Von ihm.
"Spürst du die Ruhe?", frage ich still. Augen auf, er steht vor mir und blickt mich an. Ich kann das leben kaum glauben. Mitten ins Herz. Alles.

Ich lache auf und laufe durch die wiese, er läuft mir nicht nach. "Komm schon"
Wie er guckt. Die Haare vom Wind verweht, und wie er da steht. Wie ein junge, der nicht weiß wohin mit sich selbst. Ich liebe ihn. Dieses Grinsen das er stets auf den Lippen hat. Dieses Kinderlachen. So vom Herzen, wie sonst nichts. Für ihn zählt stets der Moment, was danach kommt ist ihm gleich. Aber so richtig genießen, kann er die Momente auch nie, da er sich nie fallen lässt. Zumindest nicht was das Herz betrifft, stets ist der Kopf im Vordergrund. Ich neige den Kopf zur Seite und betrachte ihn weiter.
Er rührt sich nicht. Er sieht gut aus, viel zu gut um Junggeselle zu sein. Ich kann meinen Blick nicht von ihm nehmen. Ich will ihn ganz, für mich alleine, nur für mich. Aber er gehört niemandem, außer sich selbst. Er scheint die Freiheit in Person zu sein. Tut stets was er will, nicht was andere von ihm verlangen. Man kann ihn nicht besitzen. Auch mir wird es nie gelingen. Vielleicht auch besser so.

Der Wind beginnt stärker zu werden, er weht den Unterrock hoch, und mir die Haare ins Gesicht. Es ist schön wie sich das Gras bewegt und der Wind rauscht. Wie Musik. Ich kann jede Note hören, jeden Takt. Wenn die Gräser aneinander schlagen erzeugt es einen anderen Ton, als wenn die Baumwipfel sich im Wind wiegen. Alles klingt anders, nur die wenigsten hören das. Ich lege den Kopf in den Nacken, um den Himmel zu betrachten. Es ziehen Wolken auf. Ein Sommergewitter scheint sich zusammen zu brauen.
"Wir sollten zurück." Ich laufe und bleibe vor ihm stehen. Ich mag seine Lippen, wie sie so seelenruhig aufeinander liegen. Sie bewegen sich nicht. Kein Wort. Die Augen wirken so fern. Er beachtet nicht einmal den verrutschten träger. Er sieht mich nur an, doch nicht mal das so richtig. Als würde er durch mich durch blicken. Als wäre ich gar nicht da.

Ich versuche etwas zu sagen, doch es geht nicht. Schwere Regentropfen berühren meine heiße haut. Eine perlt an seiner Wange ab, und läuft den hals entlang, bis sie unter dem t shirt verschwindet.
Die Musik wird lauter und wilder, jetzt wo der regen eingesetzt hat. Nicht mehr dieses sachte, dieses sommerliche wiegen der Gräser. Der Regen ist laut und übertönt alles. Ich steh vor ihm und kann mich nicht bewegen, kann den blick nicht von ihm lassen. Wo ist er?

Ich beuge mich vor und versuche seine Lippen mit den meinigen zu berühren. Ein Kuss? Er bleibt starr. Keine Reaktion. Alles bleibt einen Moment stehen. Kein Regen, kein Sommer, kein er und ich. Die Erinnerung läuft vorbei. Und dann beginne ich zu verstehen.
Ich bin schon ganz durchnässt vom Regen, das Haar hängt klitschnass in mein Gesicht. Er fängt an langsame Schritte zurück zu machen. Ich versuche seine Hand zu fassen, doch es gelingt mir nicht. Die Entfernung wird größer. Die Augen schmerzen, alles verschwommen. Ein Regentropfen auf den Lippen, er schmeckt salzig. Ob es wohl eine Träne war?

Es scheint, manchmal muss Liebe wehtun.  

2.8.08 22:55


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